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Analysen

Analysen

Um ein Ding zu verstehen, hilft es, es in Gedanken zu zerlegen. In dieser Rubrik sehen wir uns an, woraus ein vertrauter Gegenstand besteht, welche Aufgabe jedes Teil erfüllt und wie sich die Materialien über Jahre im Gebrauch verhalten. Die Analysen ersetzen keine Anleitung und sagen nicht, was man wählen soll: Sie helfen, den Aufbau eines Dings zu erkennen.

Eine Thermosflasche hält warm, nicht weil sie heizt, sondern weil sie die Wärme kaum entweichen lässt. Darin liegt ihr ganzer Kniff.

— Aus der Redaktion

Ein Ding zerlegt: so funktioniert eine Thermosflasche

  1. Zwei Wände statt einer

    Das Herz der Thermosflasche ist ein Kolben mit zwei ineinandergesetzten Wänden. Dazwischen bleibt ein schmaler Spalt.

    Genau ein solches Gefäß mit Zwischenschicht stellte James Dewar 1892 vor.

  2. Vakuum im Spalt

    Aus dem Raum zwischen den Wänden ist die Luft abgepumpt. Ohne Luft wird Wärme kaum von einer Wand zur anderen übertragen.

  3. Spiegelnde Flächen

    Die Wände des Kolbens sind meist glänzend, damit sie die Wärmestrahlung nach innen zurückwerfen, statt sie nach außen abzugeben.

  4. Enger Hals

    Je enger die Öffnung, desto kleiner die Fläche, über die Wärme entweicht. Deshalb ist der Hals einer Thermosflasche deutlich schmaler als ihr Körper.

  5. Korken und Deckel

    Die verwundbarste Stelle ist oben. Der Korken versperrt der warmen Luft den Weg, und der Deckel dient oft zugleich als Becher.

  6. Äußeres Gehäuse

    Das Gehäuse schützt den empfindlichen Kolben vor Stößen und sorgt für einen guten Griff. An Material und Form lässt sich nicht selten die ungefähre Epoche ablesen.

Materialien gewöhnlicher Dinge

MaterialWas es auszeichnetWie es altert
HolzFühlt sich warm an, lässt sich leicht bearbeiten und reparieren.Dunkelt nach, reißt beim Austrocknen, nimmt Gerüche und Feuchtigkeit auf.
BlechLeicht, günstig herzustellen, trägt Druck und Farbe gut.Rostet an Falzen und Kratzern, die Farbe nutzt sich mit der Zeit ab.
Rostfreier StahlRobust, rostet unter normalen Bedingungen nicht, leicht zu reinigen.Bekommt feine Kratzer und wird matt, hält aber Jahrzehnte.
AluminiumSehr leicht und ein guter Wärmeleiter.Verbeult, dunkelt nach und bekommt einen matten Belag.
KunststoffErlaubt jede Form und Farbe, wiegt fast nichts.Bleicht in der Sonne aus, wird spröde, kann vergilben und reißen.
GlasNimmt keine Gerüche an, verändert den Geschmack des Inhalts nicht, ist durchsichtig.Altert kaum, zerbricht aber und bekommt mit der Zeit ein Netz feiner Kratzer.
  • Thermosflasche (auf Russisch)

    Hinweis zu einer archivierten Adresse: wie aus einem Laborgefäß von 1892 die Thermosflasche für zu Hause wurde.

  • Geschichte

    Eine Chronik gewöhnlicher Dinge: Dewar-Gefäß 1892, Taschenlampe 1899, rostfreier Stahl 1913, Rollkoffer und blaue Leuchtdioden.

  • Menschen

    Erfinder, Designerinnen, Handwerker, Kuratoren, Restauratorinnen und Sammler – die Rollen, aus denen die Kultur der Dinge entsteht.

  • Lesewege

    Drei Lesewege: Licht im Haus, Dinge für unterwegs und Küchengerät.

  • Beiträge

    Sechs Themen des Magazins – von der Geschichte des Alltags bis zum Sammeln – und ein Katalog eigener Beiträge für deutschsprachige Leserinnen und Leser.

Quellen

  • Enzyklopädische Quellen zur Technikgeschichte und Werkstoffkunde
  • Patentämter – Patentschriften zu Haushaltserfindungen

Die Daten von Erfindungen und Patenten stützen sich auf frei zugängliche historische und enzyklopädische Quellen. Termine von Ausstellungen, Märkten und Museumsvorträgen ändern sich – bitte gleichen Sie sie mit den Veranstaltern ab.